Aus unserer Geschichte

Von allen schweizerischen Seilbahnanlagen ist die Drahtseilbahn Interlaken-Heimwehfluh diejenige Bahn, die am meisten historische Bausubstanz aufzuweisen hat. Abgesehen von wenigen kleinen Änderungen, die seit der Betriebsaufnahme der Bahn ausgeführt wurden, befindet sich diese Anlage noch weitestgehend im Originalzustand von 1906!

Quelle: http://www.seilbahn-nostalgie.ch/heimwehfluh.html

Die Heimwehfluh, ein am Fusse des Rugen vorgelagerter Hügel bei Interlaken, wurde um 1860 für den aufkommenden Tourismus mit einem ausgedehnten Netz von Spazierwegen erschlossen und es dauerte nicht lange bis der Wunsch auftauchte, den mühsamen Aufstieg auf den Hügel durch eine Bahn zu erleichtern. In der Folge wurden mehrere Projekte eingereicht und wieder zurückgezogen, wobei sogar ein Vorschlag eines hydropneumatischen Monorails dabei war. Erst ein im Dezember 1903 eingereichtes Gesuch für eine Standseilbahn konnte bewilligt werden und so erteilte der Bundesrat am 22. Dezember 1904 den Initianten eine Konzession für den Bau und den Betrieb der Drahtseilbahn Interlaken-Heimwehfluh.

Die Bauarbeiten an der Heimwehfluhbahn begannen am 5. Oktober 1905 und oblagen den bekannten Ingenieuren und Bergbahnpionieren E. Strub (Erfinder des nach ihm benannten Zahnstangensystems) und H. H. Peter aus Zürich (späterer Erbauer der Parsennbahn von Davos). Gebaut wurde eine konventionelle Standseilbahn mit eingleisiger Strecke, automatischer Ausweiche nach dem System Abt und einem elektrischen Antrieb in der Bergstation. Auf dem durchgehend gemauerten Unterbau wurden winkelförmige Stahlschwellen und Keilkopfschienen mit dem weit verbreiteten Profil Nr. 2 (26,8 kg/Laufmeter) verlegt. Kurz vor der Bergstation musste eine Felsformation durchbrochen werden, so dass ursprünglich ein 15 m langer Tunnel geplant war. Während den Bauarbeiten traf man hier aber auf zerklüfteten, teils mit Wasser durchsetzten Fels der keine stabile Tunneldecke zuliess. Daher sahen sich die Ingenieure veranlasst, anstelle des Tunnels einen Einschnitt ins Gelände zu sprengen, was jedoch zu höheren Kosten führte. Die fertiggestellte Drahtseilbahn konnte schliesslich am 21. Juli 1906 den Betrieb aufnehmen.

Während der Zeit des Ersten Weltkrieges brachen die anfänglich zufriedenstellenden Frequenzen dramatisch ein und auch die Zwischenkriegsjahre brachten keine Erholung, was sich in ständig rückläufigen Einnahmen niederschlug. Immer gleich hoch geblieben aber war der Betriebsaufwand mit den vier Mann Personal, das sich aus dem Bahnmeister/Maschinisten, zwei Kondukteuren und einem Ersatz-Kondukteur zusammensetzte. Um den Betriebsaufwand zu verringern, wurde 1935 ein Gesuch für den Einwagenbetrieb dem EAV (heute BAV) eingereicht. Diesem Begehren wurde entsprochen unter der Bedingung, dass den Fahrgästen der Zugang zum unbegleiteten Wagen durch Abschrankungen verwehrt wird. Ausserdem hätte dieser Wagen mit einer Geschwindigkeits-Überwachungseinrichtung nachgerüstet werden sollen, die im Falle einer Überschreitung der höchst zulässigen Geschwindigkeit selbsttätig die Wagenbremse auslöste. Infolge der prekären Finanzverhältnisse wurde dieser Regulator jedoch nicht eingebaut. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges musste der Betrieb ganz eingestellt werden und es wurde sogar der Abbruch der Bahn in Erwägung gezogen. Erst am 15. Mai 1948 konnten Bahn und Restaurant auf der Heimwehfluh mit einem neuen Pächter wieder eröffnet werden. Als neue Attraktion wurde in den Jahren 1949-1951 in der Bergstation eine Modelleisenbahn-Grossanlage in Spur 0 errichtet, worauf die Besucherzahlen bis 1953 von 49000 auf 63000 anstiegen. Um die Anziehungskraft der Heimwehfluh vor allem für Familien weiter zu steigern, wurde auch in letzter Zeit in diverse zusätzliche Attraktionen wie Monorail und Sommerrodelbahn investiert.

Die Drahtseilbahn aber blieb bis heute praktisch unverändert. 1971 wurde die bereits im Jahre 1935 geforderte Geschwindigkeits-Auslösevorrichtung in den Wagen Nr.1 eingebaut. Die gleiche Nachrüstung erfolgte 1981 auf Grund der Einführung des kondukteurlosen Betriebes auch am Wagen Nr.2. Einzigartig für eine Bergbahn in der Schweiz ist auch der Antrieb der Seilbahn, der sich im Untergeschoss der Bergstation befindet und in allen wesentlichen Teilen den unveränderten Zustand von 1906 zeigt! Es bleibt zu hoffen, dass diese einzigartige Nostalgiebahn unter Denkmalschutz gestellt werden kann, damit sie als lebendiger Zeuge schweizerischer Technikgeschichte der Nachwelt erhalten bleibt!

Einer der schönsten Orte auf der Erde

Sven Anders Hedin KCIE (* 19. Februar 1865 in Stockholm; † 26. November 1952 ebenda)

Sven Hedin war ein schwedischer Geograph, Topograph, Entdeckungsreisender,
Fotograf, Reiseschriftsteller und ein Illustrator eigener Werke. In vier Expeditionen nach Zentralasien entdeckte er den Transhimalaya (nach ihm Hedingebirge genannt), die Quellen der Flüsse Brahmaputra, Indus und Sutlej, den See Lop Nor sowie Überreste von Städten, Grabanlagen und der Chinesischen Mauer in den Wüsten des Tarimbeckens. Den Abschluss seines Lebenswerkes bildete die posthume Veröffentlichung seines Central Asia atlas.

Sven Hedin ist auf seinen Reisen zweifellos unzähligen landschaftlichen Schönheiten begegnet. Umso spannender ist seine noch bis heute oft dokumentierte Aussage, z.B. in Reiseführern, dass die Heimwehfluh einer der schönsten Orte der Erde sei. Das finden wir natürlich auch und freuen uns über die fachkundige Bestätigung durch eine so vielgereiste und berühmte Persönlichkeit wie Sven Hedin.

Nostalgie

Nostalgie bezeichnet eine sehnsuchtsvolle Hinwendung zu vergangenen Gegenständen oder Praktiken. Die Nostalgie kann sich sowohl auf das eigene Leben beziehen als auch auf nicht selbst erlebte Zeiten (so genannte kollektive Nostalgie). Das Wort Nostalgie leitet sich ab von den griechischen Wörtern νόστος, nóstos(Rückkehr, Heimkehr) und άλγος, álgos (Schmerz) sowie dem nostalgia (Heimweh) im Neulatein.

Ursprünge und Bedeutung

Erstmals taucht der Begriff im medizinischen Zusammenhang auf. Mit Nostalgie wurde ein krank machendes Heimweh bezeichnet, das besonders Schweizer Söldner in der Fremde befiel. Wortschöpfer war der Doktorand Johannes Hofer (1662–1752). In seiner Dissertatio medica de Nostalgia, oder Heimwehe (Basel 1688) wurde dieses Phänomen erstmals ausführlich dargestellt.[2] Erst später hat Nostalgie die heutige nicht-medizinische Bedeutung erhalten. Heute versteht man unter Nostalgie im Deutschen eine wehmütige Hinwendung zu vergangenen Zeiten, die in der Erinnerung oftmals stark idealisiert und verklärt reflektiert werden. Dabei kann es sich sowohl um geschichtliche Epochen als auch um biographische zeitliche Gegebenheiten handeln. Nostalgie äußert sich beispielsweise in einem Hinterhertrauern der guten alten Zeit, in der angeblich alles viel schöner und besser war als in der Gegenwart. Beispiele hierfür sind die Verklärung des goldenen Zeitalters, der Antike, des Mittelaltersoder der Kaiserzeit. Die Liebhaber der Nostalgie nennt man Nostalgiker. Sie gibt es auf vielerlei Gebieten: in der Kunst, in der Musik, in der Technik oder in der Politik. Nostalgikern wird oft Gegenwartsflucht vorgeworfen.[3]

Mögliche Ursachen

Kein Mensch nimmt ungefiltert alle Sinneseindrücke wahr, die auf ihn einwirken. Jeder filtert das Gesehene und Gehörte unwillkürlich in wichtige und unwichtige Dinge (Erinnerung). Da der Mensch seine Erinnerungen während seines Lebens ständig umschichtet und umdeutet, gewinnen manche Erinnerungen eine höhere Bedeutung als andere. Besonders schöne und angenehme Ereignisse scheinen sich dabei dauerhafter einzuprägen als traurige oder langweilige. Dies ließe sich damit erklären, dass Menschen in der Umformung ihrer Erinnerungen ständig darum bemüht sind, eine möglichst erfolgreiche und glückliche Biografie zu generieren. Kaum jemand würde im hohen Alter vorgeben, ein sinnloses Leben voller Misserfolge und Peinlichkeiten geführt zu haben. Traurige Ereignisse können allerdings aufgrund der Intensität ebenfalls dauerhaft, vielleicht sogar dauerhafter, sein als Ereignisse, die man als schön beziehungsweise angenehm empfand, da es von großer Bedeutung ist, ob ein solches prägte und lebenswandelnd beziehungsweise ob es einschneidend war.

Nostalgie kann als eine Art Korrektiv angesehen werden. Sie kann bei Menschen entstehen, die sich in einem seelischen oder körperlichen Ungleichgewicht befinden. Dabei stellt die Nostalgie möglicherweise eine Art Balance wieder her, aus der Kraft geschöpft werden kann, oder sie bietet in schwer zu verarbeitenden Momenten einen emotionalen Ausweg aus der Situation. Nostalgie kann somit als therapeutisches Mittel verstanden werden, das eine depressive Stimmung aufzuhellen vermag.[4]Die psychologische Forschung zur Nostalgie bezieht sich allerdings meist auf bei den Studien absichtlich herbeigeführte nostalgische Momente.[5] Nostalgie als Charakterzug hingegen hat eventuell eher gegenteilige Effekte.

Die Werbebranche versucht durch gezielte Maßnahmen, beispielsweise den Retrolook, den Hang zur Nostalgie zu nutzen.